Persönlichkeiten

Amy

Sie ist trotz ihres kurzen Lebens wohl eine der berühmtesten und einflussreichsten Sängerinnen des 21. Jahrhunderts gewesen: Amy Winehouse, eine Frau die den Soul wieder in die Popmusik brachte, eine Stilikone und nicht zuletzt Mitglied des tragischen 27 Clubs – jener Gruppe berühmter Musiker, die alle mit 27 Jahren verstarben. Regisseur Asif Kapadias herausragendstes Markenzeichen als Dokumentarfilmer ist seine Fähigkeit, mannigfaltiges Archivmaterial in zusammenhängende, aufschlussreiche und oft zutiefst emotionale Blicke auf einzelne Leben zu montieren. Für sein vielbeachtetes zweites Personenporträt nach „Senna“ aus dem Jahr 2010 wandte Kapadia seine Kamera auf einen der am meisten entblößten und missverstandenen Stars der modernen Popkultur. Mit seinem Film „Amy“ zeigte er schonungslos den tragischen Aufstieg und Fall der britischen Sängerin und Songwriterin Amy Winehouse.

Die Geschichte der britischen Ausnahmekünstlerin wurde natürlich schon vorher wieder und wieder erzählt, über Boulevardzeitungen und Klatschblogs auf riesigen privaten Bildern, aber Kapadia benutzt seinen Film, um die wirkliche Person unter den Gerüchten und Lügen zu finden. Was „Amy“ so wirkungsvoll und ehrlich macht, ist, dass er sein Publikum in Winehouses wildes Leben ohne Urteil oder Angst mitnimmt, ihre Schwächen und ihre größten Stärken darstellt und ihr immenses Talent an jeder Ecke zeigt. Es ist ein Herzbrecher, weil es das sein muss, weil es ein Leben ist, das Herzen bricht. Aber er ist auch eine lohnende Untersuchung eines Lebens von Exzess, von Brillanz, von giftigen Beziehungen und der Aussetzung von Ruhm. Es ist der erfolgreichste britische Dokumentarfilm aller Zeiten und gewann unter anderem Grammys und einen Oskar. Die Popularität sowohl bei Kritikern als auch bei Fans spricht nicht nur von der Qualität von Kapadias Film sondern auch von der unendlichen Faszination einer Sängerin, die zu jung von uns gegangen ist.